Eigene Cloud per FTPBox

Die in den letzten Jahren bekannt gewordenen Clouddienste bieten im Prinzip nichts anderes, als Dateien auf Servern in Rechenzentren abzulegen. Das Modewort „Cloud“ täuscht ein wenig darüber hinweg, dass es das alles schon seit Jahren gibt.

Wer eigenen Webspace hat, konnte auf diesen schon immer eigene Dateien per FTP-Programm hoch- und wieder herunterladen. Was beim Verwalten einer Website noch halbwegs komfortabel geht, ist bei der Synchronisation zwischen verschiedenen Rechnern bisher mehr oder weniger nervig gewesen.

Zum Glück gibts FTPBox, das den Austausch von Dateien zwischen mehreren Rechnern stark vereinfacht. Es werden lediglich die Zugangsdaten zum eigenen FTP-Server benötigt, ein Verzeichnis pro PC, in das die zu übertragenden Dateien hineinkommen und schon kanns losgehen.

FTPBox überträgt nun alle Dateien aus diesem Verzeichnis auf den Webspace und überwacht, ob es Änderungen gibt. Wenn ja, werden sie ebenfalls hochgeladen. Sind hingegen die Dateien auf dem Webspace neuer, werden sie auf den PC heruntergeladen.

Funktionen

Anders, als die Clients von Dropbbox & Co. können bei FTPBox die Benachrichtigungen abgestellt werden, die anzeigen welche Dateien neu heruntergeladen wurden. Wer Daten von verschiedenen Webspaces (z.b. privat oder geschäftlich) synchronsieren will, kann unterschiedliche Accounts anlegen. Leider arbeiten die Accounts nicht gleichzeitig.So muss in den Optionen immer der aktive ausgewählt werden. Ist etwas umständlich, aber besser als gar nichts. Mit Dropbox & Co. sind mehrere Accounts gar nicht möglich, ohne sich jedesmal komplett neu anzumelden.

FTPBox unterstützt die selektive Datenübertragung. Das heißt, man kann auswählen, welche Dateien aus dem Quellordner übertragen werden sollen. Zusätzlich können Dateifilter gesetzt werden, die bestimmte Dateiendungen aus der Übertragung ausklammern. Damit kann das Datenvolumen beispielsweise unterwegs reduziert werden, indem nur die Daten übertragen werden, die wirklich gebraucht werden.

Außerdem kann eingestellt werden, in welchen Zeitabständen das Programm prüft, ob es neue oder geänderte Dateien gibt. Alternativ kann die Synchronisation manuell gestartet werden. Zudem kann die Bandbreite des Up- und Downloads beschränkt werden.

Webinterface

Falls das Zielverzeichnis auf dem Webspace per Webadresse offen zugänglich ist, kann FTPBox dorthinein ein Webinterface kopieren, mithilfe dessen eine Übersicht aller Dateien angezeigt werden kann. Dieses Interface kann mit einem Passwort versehen werden.

ftpbox-webinterface

Theoretisch sollen darüber auch Dateien hochgeladen werden können, bei mir hat dies – im Gegensatz zum Löschen – allerdings nicht funktioniert.

Fazit

Alles in Allem ist FTPBox ein feines, kleines Tool zum automatischen Abgleich von Dateien zwischen PC und Server im Hintergrund. Wer bedenken hat, sich bei einem Cloudanbieter anzumelden, weil die Daten meist auf amerikanischen Servern gespeichert werden, kann zu FTPBox greifen. Voraussetzung ist hier allerdings eigener Webspace, des es für kleines Geld gibt. Und es gibt noch eine Einschränkung. Mit FTPBox ist es nicht möglich, Verzeichnisse mit anderen zu teilen. Das ginge dann nur, indem man einen extra FTP-Zugang konfiguriert, der nur auf das gewünschte Verzeichnis zugreifen kann.

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Über den Autor

Michael Sonntag

Michael Sonntag schreibt hier über Tipps und Tools, um die tägliche, wiederkehrende Arbeit im Büro oder Homeoffice zu erleichtern. Mehr von Michael gibts u.a. auf PAPIERLOS LESEN.

1 Kommentar

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  1. Willi Winzig sagt:

    Hallo Micha,

    ich habe, zumindest mit meinem Win7prof 64bit leider sehr schlechte Erfahrungen gemacht und kann das Tool NICHT empfehlen.

    1) kann ich nicht zwischen mehreren Accounts, die ich zwar anlegen kann, hin und her schalten. Wenn ich wechsle, geht der angewählte Account nach wenigen Millisekunden offline.

    2) Das Programm ist mir nun schon mehrere Male abgekackt, owohl ich gar nix gemacht habe und es mit Programmstart im Hintergrund werkelte. (Der Kompatibilitätsmodus hat nichts gebracht).

    Weil mich das wirklich zunehmend nervt, habe ich keine Lust mehr weiter dran rum zu probieren und werde meinen Rechner gepflegt wieder vom Tool befreien. Schade eigentlich, denn das Konzept halte auch ich für prinzipiell gut.

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