Tiny Tiny RSS-Tutorial – Teil 4: Noch ein paar Kleinigkeiten

In den letzten drei Teilen zu Tiny Tiny RSS ging es um die Installation und Konfiguration, das Anpassen der Oberfläche und die Erweiterung durch Plugins, sowie um das bessere Einsortieren der einzelnen Feedartikel.

In diesem, letzten Teil möchte ich unter anderem auf die Möglichkeiten eingehen, wie Artikel vorgemerkt und als RSS-Feed oder OPML-Datei weitergegeben werden können.

Artikel vormerken

Wenn ich meine Feeds lese, stoße ich hin- und wieder auf Artikel, die ich gern später nochmal lesen möchte. Dann kann ich den jeweiligen Artikel markieren. Dazu klicke ich einfach oben auf den Stern, der sich oben links in jedem Artikel befindet. Das funktioniert auch aus den vorhandenen Androidapps heraus.

artikel-merken

Alle markierten Artikel können über „Markierte Artikel“ aus den Sonderfeeds, die sich ganz oben auf der linken Seite des Lesebereichs befinden, angezeigt werden.

Artikel per Feed weiterempfehlen

Beim Lesen seiner Feeds stößt man ja hin und wieder auf Artikel, die man mit anderen teilen möchte. Jetzt habe ich schon die Plugins angesprochen, die es erlauben, einzelne Artikel in die sozialen Netzwerke zu verteilen. Es ist aber auch möglich, die Artikel in einem eigenen RSS-Feed zur Verfügung zu stellen, den wieder andere abonnieren können. Oder den man mit dem passenden Plugin als automatische Linkliste in sein Blog streamen lassen kann.

Dazu muss dieser Feed in den Einstellungen unter „Feeds > Veröffentlichte & gesendete Artikel / erzeugte Feeds“ zunächst mit „Zeige URL an“ erzeugt werden. Die angezeigte URL kann dann weitergegeben oder jederzeit zurückgezogen werden.

artikel-per-rss-empfehlen

Um Artikel diesem Feed hinzuzufügen, reicht es aus, das RSS-Icon anzuklicken, welches sich oben links in jedem Artikel befindet:

artikel-veroeffentlichen

Auch diese veröffentlichten Artikel werden innerhalb der Sonderfeeds bei „Veöffentlichte Artikel“ angezeigt.

Feeds per OPML weitergeben

Eine andere Möglichkeit besteht darin, seine komplette Feedliste allen Interessenten als OPML-Datei zur Verfügung zu stellen. Auch hier gibt es einen Link, der den Download der Datei auslöst. Dieser ist auch in den Einstellungen, diesmal aber unter „Feeds > OPML“ und dort „Zeige öffentliche OPML-URL“ an.

Einzelne Feeds können aus dieser Liste ausgeschlossen werden, indem der Punkt „Auf meiner Feedliste verbergen“ in den Feedeigenschaften aktiviert wird.

Feeds unterwegs lesen

Ein wesentlicher Punkt, warum ich mich mit Tiny Tiny RSS für ein Programm auf dem Webspace entschieden habe, ist ja, dass ich meine Feeds auch von unterwegs lesen kann. Jetzt ist TT-RSS zwar auch aus dem mobilen Browser aufrufbar, aber es sieht so so gut aus. Mit der Androidapp „ttrss-reader-fork“ ist ein kostenloses Programm fürs Smartphone oder Tablet erhältlich, welches den TT-RSS direkt anzapfen kann. Damit das geht, habe ich in den Einstellungen von TT-RSS die Option „Externe API verwenden“ aktiviert. Also flugs die Zugangsdaten in die App eingegeben und nach einer Synchronisierung sehe ich meine Feeds:

ttrss-reader-fork

Die App kann die Aktualisierung der Feeds auch manuell anstoßen. Einzig eine Einstellung, in der man die Schriftgröße der Artikel voreinstellen kann, fehlt mir noch. Kommt aber sicherlich irgendwann.

Fullfeed erzeugen

Die meisten Feeds zeigen in der Regel den kompletten Artikeltext an. Bei Nachrichtenseiten wird hingegen meist nur die Überschrift und — wenns hochkommt — noch ein kurzer Teaser angezeigt. Wer die kompletten Artikel dennoch im Reader lesen möchte, kann auf externe Dienste zurückgreifen, die den kompletten Artikel abgreifen. Eine Möglichkeit wäre der Dienst von fivefilters.org, eine andere ist WizardRSS oder auch dieser hier.

Da ich mich anlässlich des Umstiegs von Google Reader gerade erst von einem kostenlosen Dienst getrennt habe, um nicht abhängig von diesem zu sein, habe ich mich entschieden, das Script von fivefilters.org für kleines Geld zu kaufen und meinen eigenen Fulltextfeederzeuger zu installieren.

Damit ist meine eigene RSS-Readerlösung und diese Tutorialreihe komplett. Ich hoffe, ich konnte ein wenig Lust machen, die Feeds auf dem eigenen Server laufen zu lassen und sich so etwas unabhängiger von vermeintlich kostenlosen Diensten zu machen. Denn auch wenn sie kostenlos sind, zahlen wir in der Regel mit unseren Daten und unseren Interessen, für die die Werbewirtschaft bereit ist, sehr viel Geld auszugeben. Und wir können uns nicht sicher sein, ob es den Dienst in einem Jahr noch gibt oder ob er nicht aufgekauft und eingestellt wird.

Wer jetzt Lust bekommen hat, Tiny Tiny RSS auf seinem Webspace zu installieren, sich die Installation und Konfiguration aber nicht zutraut, kann mich auch gern für kleines Geld buchen.

Über den Autor

Michael Sonntag

Michael Sonntag schreibt hier über Tipps und Tools, um die tägliche, wiederkehrende Arbeit im Büro oder Homeoffice zu erleichtern. Mehr von Michael gibts u.a. auf PAPIERLOS LESEN.

9 Kommentare

Trackback  •  Kommentarfeed

  1. Mike sagt:

    Hallo Michael,

    super Artikelserie. Werde ich gleich mal bei mir verlinken.

    Gruß

  2. Michael sagt:

    Ich habe gerade die vier Artikel zu TTRSS gelesen, danke für die vielen Tipps.
    Durch den Wegfall von Google Reader wird sich mein Surfverhalten drastisch ändern.
    Abgesehen von gezielten Suchanfragen konsumiere ich eigentlich sämtliche Netz-Inhalte über den Google Reader…noch….

    Aber TTRSS scheint ja eine ebenbürtige Alternative zu sein, abgesehen von googles unschlagbaren Schnelligkeit.

    3rei kleine Problem habe ich jedoch noch.
    – Ich kann keine Artikel aus TTRSS per E-Mail weiterleiten. Ich habe zwar die config.php mit meinen E-Mail Zugangsdaten gefüllt, aber es werden keine Mails verschickt (obwohl ein kleiner grüner Text den Versand bestätig) . Hat Jemand ähnliche Probleme?

    – Ich würde gerne die Startseite (NSFW) festlegen , also immer auf einem bestimmten feed landen, wenn ich die Seite betrete. Ich finde aber die EInstellungen für Landing Page nicht.

    – Gibts eine Möglichkeit, dass ich gesternte Artikel automatisch irgendwo speicher?

    Michael

    • Michael Michael sagt:

      aber es werden keine Mails verschickt (obwohl ein kleiner grüner Text den Versand bestätig) .

      Bei meinem Hoster (Hosteurope) ist es so, dass man in den Kundeneinstellungen erstmal eine generelle E-Mailadresse hinterlegen muss, damit die Mailingfunktion in PHP-Scripts überhaupt funktioniert.

      Ich würde gerne die Startseite (NSFW) festlegen , also immer auf einem bestimmten feed landen, wenn ich die Seite betrete.

      Diese Einstellung gibts m.E. nicht. Du kannst ja beim Entwickler mal einen Verbesserungsvorschlag machen. Vielleicht gibts ja noch mehr Leute, die das brauchen?

  3. Jochen sagt:

    Erstmal ein Danke fuer deine Tiny Tiny RSS Artikelserie. Ist echt super geworden. Bin zwar erst darauf gestossen nachdem alles schon geraume Zeit lief, aber deine Info zu selbstgehostetem ‚Full Text RSS‘ hat mich neugierig gemacht und ich habe es mir auch gekauft. FTR funktioniert wie gewuenscht jedoch habe ich damit ein paar Probleme in Verbindung mit Tiny Tiny RSS.

    Was bei mir nicht klappt:

    Infos: Beides selbstgehostet auf gleichem Server

    – makefulltextfeed.php wuenscht als Parameter %2F anstelle eines / Das wuerde ich gerne aendern, damit ich mittels ‚Feed abonnieren‘ im Browser direkt Full Text Feeds in Tiny Tiny RSS abonnieren kann. Quasi per Mausklick (Ohne FTR klappt das prima).
    – makefulltextfeed.php scheint nicht mit api-key zu funktionieren. Entweder mache ich etwas falsch oder habe Tomaten auf den Ohren.
    – ich wuerde gerne FTR exklusiv fuer TT-RSS (auf dem gleichen Server) nutzen d.h. keine Fremdbenutzung erlauben.

    Falls da jemand Tipps, Links, Loesungen, etc. haette waere das super.

    • Michael Michael sagt:

      makefulltextfeed.php wuenscht als Parameter %2F anstelle eines / Das wuerde ich gerne aendern, damit ich mittels ‘Feed abonnieren’ im Browser direkt Full Text Feeds in Tiny Tiny RSS abonnieren kann. Quasi per Mausklick (Ohne FTR klappt das prima).

      Ich meine, da müsste man direkt ins Skript eingreifen. Frag doch mal die Entwickler selbst. Sie haben mir auch schnell und unkompliziert geholfen, als ich ein Problem beim Abrufen der einzelnen Artikel hatte.

      makefulltextfeed.php scheint nicht mit api-key zu funktionieren

      Ich habe meinen API-Key in die „custom-config.ini“ bei „$options->registration_key“ eingetragen und muss ihn trotzdem jedesmal nochmals im Frontend eingeben.

      …d.h. keine Fremdbenutzung erlauben

      Wenn du bei „$options->key_required = true;“ einträgst, dann kann nur derjenige einen Feed erzeugen, der auch den API-Key einträgt.

    • Hans Peter sagt:

      du könntest das verzeichnis vom five filters script auch einfach per .htaccess schützen. so habe ich mir beholfen.

  4. weissertiger2 sagt:

    Hallo Michael
    Ich habe mir erst diese Woche tt-RSS installiert, läuft alles Super wie erhofft. Zumindest bis jetzt.
    Betreffend der hier genanten App: Was sind die vorteile bzw. nachteile der offiziellen App?
    http://tt-rss.org/redmine/projects/tt-rss-android/wiki
    Vielleicht hast du da mal Erfahrungen gesammelt? Ich werde auf jedenfalls mal beide ausprobieren.

    Auch hab ich gehört das der gReader in den neuen Beta eine synchronisation mit tt-rss anbietet. Ich werde sehen.

  5. Hermann sagt:

    Danke für die ausführliche Doku über die Installation und Anpassung von TT-RSS!

    http://rssly.de bietet eine schon eine angepasste TT-RSS Version mit Android-App an. Kann man nutzen und später dann ggf. mit der Export- / Importfunktion zu seiner eigenen Installation wechseln. Werde aber erst einmal dort bleiben…

  6. Robert sagt:

    Tolle Artikelserie – nach meinem Geschmak hätte es auch ruhig noch ein bisschen ausführlicher sein können.

    Eine Frage hätt‘ ich noch – vielleicht kannst du die ja beantworten.
    Ich wöchte gern ggf, mittels Filter bei ganz bestimmten neuen Artikeln/ Beiträgen eine email erhalten. Geht das? wenn ja wie?

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hoch